+49 2306 996426

Tipps für eine Entdeckungsreise ins Piemont!

Tipps für eine Entdeckungsreise ins Piemont!

Tipps für eine Entdeckungsreise ins Piemont!

Das Piemont ist die Genussregion Italiens. Wer gutes Essen und tolle Weine liebt, der sollte diesem attraktiven Landstrich zwischen Frankreich und der Schweiz unbedingt mal einen Besuch abstatten. Piemont bedeutet „am Fuß der Berge“, gemeint sind hier die höchsten schneebedeckten Gipfel der Alpen, die das Piemont als Halbkreis im Norden umschließen. Sie bilden in der Hauptstadt der Region, in Turin, ein sagenhaftes Panorama. Überhaupt ist allein Turin schon eine Reise wert, wenn auch wir Deutschen sie fast ausnahmslos nur mit Fiat und Fußball in Verbindung bringen. Dabei ist sie die Schokoladenhauptstadt Italiens, mit den schönsten Kaffeehäusern und gleichzeitig eine der prächtigsten Barockstädte Europas.

Turin

Doch bevor ich jetzt über Turin so richtig ins Schwärmen gerate, widme ich mich jetzt besser mal meinem eigentlichen Thema, nämlich den Tipps für eine Entdeckungsreise ins Piemont!

Übernachten im Piemont

Zwei Übernachtungsmöglichkeiten, die für uns bei jedem Aufenthalt ein absolutes Muss und komplett unterschiedlich sind:

La Gibiana in Costigliole d’Asti – hier ist der Familienanschluss garantiert! Marzio Carocci hat sich und seiner Familie einen Traum verwirklicht, hat die Metropole Mailand verlassen, um hier ein Bed and Breakfast zu eröffnen und seinen eigenen Weinberg zu bewirtschaften. Hier herrscht Gastlichkeit pur und der gesellige Marzio liebt es, seine Gäste kulinarisch zu verwöhnen und spontane Feste zu organisieren. Ein Pool, Wein aus eigenem Anbau und Einblicke in die italienische Sprache – sempre facile! – sind hier inklusive. Die Provinzhauptstadt Asti ist circa 15 km entfernt, Alba 30 km.

La Gibiana

All‘ Ombra del Pero – herrliches Ambiente in einer traumhaften Lage in San Donato Mango. Gast bei Susanne Kleiber und Bruno Sacchi zu sein, bedeutet in überaus geschmackvoll eingerichteten Zimmern zu wohnen, vom herrlichen Pool mit einem guten Glas Wein einen fantastischen Ausblick auf die Alpen zu genießen und das Piemont durch die zahlreichen Tipps dieser engagierten Gastgeber richtig kennen zu lernen. Hier profitiert man als Gast absolut von den individuellen Empfehlungen und den jahrelangen Erfahrungen mit der Genussregion Piemont von Susanne und Bruno. Aber nicht nur diese Tipps sind goldwert, auch das Frühstück ist absolut empfehlenswert!  Alba ist circa 20 km, Asti 35 km entfernt.

All Ombra1

 

Alba – Besuch der Haupstadt des weißen Trüffels

Die Heimat von Ferrero und der alljährlich im Herbst stattfindenden Trüffelmesse ist eine sehr hübsche, mittelalterliche Kleinstadt mit einer autofreien Fußgängerzone, der Via Vittorio Emanuele. Alba zu besuchen, lohnt sich auch außerhalb der Trüffelmesse, wenn auch diese immer ein absolutes Highlight unserer Einkaufsreise im Herbst ist. Aber auch im Frühling liebe ich es hier zwischen den vielen kleinen, oft noch inhabergeführten Geschäften zu bummeln und zum Aperitivo gegen 18:00 Uhr ins Vincafè einzukehren. Dieses ist unser absolutes Pflichtprogramm bei jedem Aufenthalt im Piemont. Wir genießen es, bei gutem Wetter draußen in der Fußgängerzone ein gutes Glas Wein von Spitzenweingütern der Umgebung mit einigen piemontesischen Appetitanregern zu uns zu nehmen – nicht verpassen! Mein Restauranttipp für Alba ist übrigens das Locanda Cortiletto – in einem kleinen Kellergewölbe bekommt man hier typisch piemontesische Küche zu einem hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis serviert, dazu eine ausgezeichnete Weinauswahl.

Alba 21

 

Barolo und Barbaresco – Genuss nicht nur für Weinschmecker!

Monforte d‘ Alba, Barolo, La Morra und Serralunga d‘ Alba heißen sie, die kleinen schmucken Ortschaften in dem Anbaugebiet des großen italienischen Weines Barolo, südwestlich von Alba. Am besten startet man am Vormittag in Monforte d‘ Alba, genießt einen Caffè in einer Bar auf der schönen Dorfpiazza oder in der Barolo Bar und besucht im Anschluss, nach Anmeldung, das Weingut von Giovanni Manzone zu einer erstklassigen Verkostung des Königs der Weine. Und bloß keine Angst vor dem großen Namen Barolo, bei Giovanni Manzone herrscht Natürlichkeit pur! Dafür sorgen die Geschwister Mauro und Mirella Manzone, deren Degustationen einfach Spaß am Wein machen. Weiter geht es in den kleinen Ort Barolo, der zu einem kurzen Rundgang einlädt, und anschließend in das wunderschöne La Morra. Hier muss man unbedingt bis zum frühen Abend einkehren, denn hier befindet sich die schönste Aussichtsterrasse dieser Gegend. Bei klarem Wetter genießt man von hier aus einen grandiosen Blick in das Weinbaugebiet des Barolo bis hin zu den Alpen. Zum Abschluss des Tages sollte man unbedingt noch einen kleinen Abstecher nach Serralunga d‘ Alba unternehmen. Auf dem Weg von La Morra in das malerische Serralunga, erwischt man auf einer landschaftlich überaus reizvollen Straße sicherlich noch das eine oder andere Fotomotiv, bevor das hoch aufragende Kastell dieses mittelalterlichen Burgdorfes auftaucht. Ein kurzer abendlicher Spaziergang zum Castello lohnt sich, der Aperitivo in einer kleinen Bar im Centro storico ebenfalls!

Bar Barolo - Kopie

Im Nordosten Albas liegt das kleine Weinanbaugebiet Barbaresco, hierher kommt die Königin der Weine, der Barbaresco. Die bekanntesten Dörfer dieser Weinregion sind Neive und Barbaresco selbst. Neive ist in die Liste der schönsten Dörfer Italiens, der „Borghi più belli d’Italia“ aufgenommen, der Besuch der auf einem Hügel liegenden Altstadt lohnt sich unbedingt! Von hier aus kann man auch einen schönen 13 km langen Rundwanderweg unternehmen. Vorsicht jedoch, dieser Weg ist ein wenig typisch italienisch, denn er ist sehr schlecht beschildert und endet auch mal vor einer Straßensperre – ist dennoch aber lohnenswert!

Das Wahrzeichen von Barbaresco ist der wuchtige, 36m hohe Turm am Ende der Ortschaft. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf die Hügel der Langhe und den unterhalb liegenden Fluss Tanaro – sehr schön am späten Nachmittag! Wein im Barbaresco verkosten sollte man nach Voranmeldung unbedingt bei der Azienda Agricola Rapalino in Neviglie. Das ist ein Weinerlebnis der besonderen Art, denn Marco Rapalino ist ein Winzer aus Leidenschaft. Das Weingut hat eine vielfältige Auswahl an Weiß- und Rotweinen dieser Region und die Aussicht aus dem Degustationsraum ist fantastisch!

DSC_0295

Restauranttipps in der Langhe

Zugegeben, ohne Susanne Kleiber vom „All’ombra del pero“ hätten wir diese beiden Lokalitäten sicherlich nie gefunden, wir sind ihr sehr dankbar dafür! Eine Herzensangelegenheit ist mittlerweile „La Piazzetta“ in Santo Stefano Belbo. Von außen nicht sehr ansehnlich, wahrscheinlich würde man immer daran vorbeifahren, überzeugt diese kleine Trattoria durch eine unglaublich gute lokale Küche – auch mit Pizza! Unbedingt probieren muss man das Carne cruda, den Spargelflan mit Fonduta oder die Tajarin al ragu. Dazu gibt es eine sehr gute Weinauswahl, und alles zu sehr günstigen Preisen. Viele Einwohner der Umgebung essen hier, es ist laut und einfach eingerichtet – so lieben wir Italien!

Der zweite Tipp ist es etwas für Romantiker und Liebhaber der etwas gehobeneren Küche, die Osteria dell‘ Asino in Coazzolo. Im Sommer sitzt man draußen auf kleinen verspielten Terrassen mit einer wunderschönen Aussicht, an kalten Tagen drinnen in schönen restaurierten Nischen. Es gibt verschiedene Menues, das Essen ist hervorragend und die Weine wieder erstklassig.

DSC_0179

Markttag in Asti

Es ist eine absolute Schwäche von mir, aber ich liebe italienische Märkte. Einer davon, ganz oben auf meiner Liste, ist der Markt von Asti. Immer mittwochs und samstags findet er auf zwei großen Plätzen in der Innenstadt statt. Auf dem unteren Platz der Gemüsemarkt, auf dem man eine unglaubliche Auswahl von Obst und Gemüse der Bauern aus der Region findet, auf dem oberen ein Kleidermarkt. Ich reise niemals ohne einen Korb Zucchini, Auberginen und Tomaten vom Markt aus Asti nach Hause. Und auch niemals ohne meiner absoluten Lieblingsboutique Gilda in der Piazza Italia einen Besuch abzustatten, denn schließlich gibt es hier meine italienische Lieblingsmarke Rinascimento – und das auch noch in einer unglaublichen Auswahl!

Überhaupt ist die charmante Provinzhaupstadt Asti sehr sehenswert, besonders im September zum jährlich wiederkehrenden Palio von Asti, einem historisches Pferderennen auf der Piazza Alfieri.

Tipps für das Piemont gibt es sicherlich noch unzählige. Ein wichtiger Grund, um diese Genussregion zu bereisen ist jedoch, die Menschen hier unbedingt einmal genauer kennen zu lernen. Ihre, auch für italienische Verhältnisse, außergewöhnliche Großzügigkeit und Offenheit macht das Piemont so lebendig und besonders und einen Urlaub hier einfach unvergesslich. Probieren Sie es aus, sie werden überrascht sein!

No comments.

Schreibe einen Kommentar