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Winterzeit – Zeit für eine Ribollita!

Winterzeit – Zeit für eine Ribollita!

Winterzeit – Zeit für eine Ribollita!

Er ist da, der Januar, ein Monat, der nicht unbedingt zu meinen Lieblingsmonaten gehört. Kalt, oft trübe und grau, das Frühjahr noch nicht in Reichweite, und ein Aufenthalt in meinem Lieblingsland Italien noch unendlich weit weg. Unwillkürlich kommen mir Gedanken an die Toskana, wahrscheinlich, weil wir vor kurzem die neuen Jahrgänge unserer Rotweine daher erhalten haben. Mir fällt unser Aufenthalt im vergangenen Herbst dort wieder ein und plötzlich kommt mir die Idee, doch mal wieder eine Ribollita zu kochen. Ich glaube, die “wieder Aufgekochte“  toskanische Bohnensuppe ist jetzt genau das Richtige, um meine Stimmung zu heben.

Siena

Die Ribollita ist eine traditionelle toskanische Suppe, die aus Bohnen, Brot und Schwarzkohl (bei uns nicht erhältlich) zubereitet wird, und ist ein Inbegriff der armen, bäuerlichen Landküche. Sie stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Zentralheizung gab, schmeckt aufgewärmt doppelt so gut und heizt innerlich so richtig auf. Bei uns weckt sie immer Erinnerungen an den Herbst in der Toskana und unsere dann regelmäßig stattfindenden Besuche bei Luciano, dem Wirt in der Osteria Sette Di Vino in Pienza.

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Dort haben wir sie auch das erste Mal gegessen, und seitdem ist die Ribollita von Luciano ein notwendiges Ritual unserer herbstlichen Toskanareisen. Sie dort nicht gegessen zu haben wäre, als wären wir nicht in der Toskana gewesen!

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Es gibt nicht das eine Rezept für eine Ribollita, in der Toskana existieren unzählige davon.

Mein Lieblingsrezept stammt ursprünglich von Jamie Oliver aus „Genial Italienisch“. Ich habe es ein wenig verändert und es reicht für ca. 10 Personen. Da Schwarzkohl bei uns nicht erhältlich ist, nehme ich Wirsing, Luciano nimmt grundsätzlich Mangold.

Zutaten:

  • 500g getrocknete, über Nacht eingeweichte Cannellini-Bohnen
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 angedrückte Tomate
  • 1 kleine, geschälte Kartoffel
  • 2-3 rote Zwiebeln
  • 4 Möhren
  • 4-5 Stangen Staudensellerie
  • 4 Knoblauchzehen
  • 1 Tl Fenchelsamen, frisch gemahlen
  • 2 zerkrümelte getrocknete rote Chilischoten
  • 2 Gl. Tomatenpüree Passata di Pomodoro Rustica 700g (ich bevorzuge De Cecco)
  • 1 Wirsing, geputzt und in feine Streifen geschnitten
  • ½ altbackenes Ciabatta, grob zerpflückt
  • Meersalz , frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • bestes Olivenöl

Die abgetropften eingeweichten Bohnen in einem sehr großen Topf mit kalten Wasser bedecken, die Tomate, das Lorbeerblatt und die Kartoffel dazugeben und zum Kochen bringen. Circa 1 Stunde köcheln lassen, bis die Bohnen weich sind. Die Bohnen abgießen, dabei das Kochwasser auffangen. Das Lorbeerblatt, die Tomate und die Kartoffel entfernen.

Zwiebeln, Möhren, Sellerie und Knoblauch fein hacken. In einem großen Topf einen Schuss Olivenöl erhitzen und das Gemüse mit den Fenchelsamen und der Prise Chili bei niedriger Temperatur in etwa 15 Minuten weich dünsten, aber nicht bräunen. Die Gläser mit dem Tomatenpüree hinzufügen und einige Minuten sanft köcheln.

Die Bohnen und das Kochwasser dazugeben und aufkochen lassen. Den Wirsing untermischen und dann das vorher mit etwas Bohnenkochwasser getränkte Brot hinzugeben. Die Suppe sollte jetzt schön dick, aber nicht trocken sein – nach Bedarf noch Wasser hinzufügen. Nach weiteren 30 Minuten Kochzeit die sämige Ribollita mit Salz und Pfeffer gut würzen und mit reichlich gutem Olivenöl verfeinern.

Nach dem Anrichten auf tiefen Tellern kommt noch ein Schuss bestes Olivenöl darüber –  Luciano gibt hier noch gehackte Frühlingszwiebeln dazu – fertig!

Ribollita

Ein herrlicher Aufheizer für die kalten Tage, zu dem man am besten einen Chianti Classico genießt, buon appetito!

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