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Giovanni Manzone und die Barolo Boys

Giovanni Manzone und die Barolo Boys

Giovanni Manzone und die Barolo Boys

Wer oder was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Barolo Boys“?

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Bevor wir im Frühjahr 2014 Mauro Manzone auf dem Nachbarstand der Weinmesse ProWein in Düsseldorf kennenlernten, war für uns der Barolo ein abgehoben teurer und unnahbarer Wein, der als König der Weine oder Wein der Könige gilt. Dieser, bis in die 1970er Jahre selbst in Italien relativ unbekannte, und auch oftmals sehr schwierige Wein, kommt aus der Region Piemont. Er hat von hier aus seinen Siegeszug in die ganze Welt angetreten. Zu verdanken hat er seinen internationalen Ruhm den „Barolo Boys“, einer kleinen, revolutionären Gruppe von jungen Männern. Diese haben es verstanden, Anfang der 1980er Jahre diesem schwierigen, rauen und tanninreichen Wein durch technische Innovationen und ihren Mut zur Veränderung, zu einem der bekanntesten und am meisten wertgeschätzten Rotweine der Welt zu machen. Sie prägten einen neuen, internationalen Weinstil, der auch noch in der heutigen Zeit die Weinwelt in zwei Lager teilt, die Traditionalisten und die Modernisten. Doch gerade die unterschiedlichen Auffassungen von Geschmack und Vorlieben, und der daraus resultierende Gesprächsstoff unter Weinliebhabern sind das, was einen wirklich großen Wein auszeichnet, so wie den Barolo.

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1990 erschuf die New York Times den Namen „Barolo Boys“, als sie einen Artikel veröffentlichte, der von einer Gruppe junger Winzer aus der Langhe im Piemont berichtete, die eine Wende im Verkauf und in der Vermarktung dieses bedeutenden Rotweines herbeigeführt haben. 1996 gründeten diese Winzer, unter ihnen Giacomo Conterno und Elio Grasso, mit demselben Innovationsgeist eine Fußballmannschaft in Monforte d’Alba und gaben ihr den Namen „Barolo Boys“. Heute spielen dort ihre Söhne, um die Freude am Fußball, ihre Liebe zu der Region und ihre Leidenschaft für Wein miteinander zu erleben, so wie Mauro Manzone.

Das Weingut der Familie Manzone in Monforte d‘Alba besteht bereits seit dem Jahre 1925. Es ist auch heute immer noch ein kleines Familienunternehmen, dessen Weine allerdings hochdekoriert und vielfach ausgezeichnet sind, nicht nur durch Robert Parker, Wine Spectator oder den Gambero Rosso. Giovanni Manzone ist der Seniorchef, unterstützt wird er durch seinen 30jährige Sohn Mauro und dessen zwei Jahre ältere Schwester Mirella. Beide Kinder haben Weinbau an der berühmten Önologen-Schule in Alba studiert, das meiste gelernt haben sie jedoch von dem reichen Erfahrungsschatz ihres Vaters Giovanni. Ihre Barolo Einzellagen heißen Briccat, Castelletto und Gramolere.

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Bei unserem Besuch Anfang Oktober auf dem Weingut ist Giovanni Manzone gerade dabei, die Erntegeräte und Behälter zu reinigen, während Mauro uns in dem wunderschönen Weinkeller eine Fassprobe des Barolo Briccat 2014 serviert – (noch) ein junger, erstaunlich einfach zu trinkender Barolo, mit wenig Tannin und viel Säure.

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Mauro erzählt uns, dass er mit der Ernte in diesem Jahr mehr als zufrieden ist. Mit Regen im April, Mai und etwas im Juni, viel Sonne im Juli und August, verspricht der Jahrgang 2015 hervorragend zu werden. Die Familie Manzone produziert jährlich ungefähr 50.000 Flaschen und verwendet ausschließlich eigene Trauben. Die Weine sind ungeklärt und ungefiltert, der Anbau der Reben erfolgt nachhaltig und nach ökologischen Gesichtspunkten.

Seitdem wir die Manzones und ihre Weine kennen, haben wir unsere Vorurteile über diesen wahrhaften König der Weine über Bord geworfen. Nicht nur die Weine sind beeindruckend, auch die Authentizität und Freundlichkeit der Winzerfamilie hat uns überzeugt.

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