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Davide Barbero – süße Versuchung aus Asti

Davide Barbero – süße Versuchung aus Asti

Davide Barbero – süße Versuchung aus Asti

Bei einem Stadtbummel durch die kleinen Gassen von Asti machten wir im September vergangenen Jahres eine süße Entdeckung – und diese hat rein gar nichts mit dem weltbekannten Asti Cinzano zu tun. In der Via Angelo Brofferio schlendern wir an einem von außen etwas unscheinbaren Ladenlokal vorbei. Der Anblick der spärlichen Auslagen im Schaufenster und der Eindruck des dahinter befindlichen Verkaufsraumes machen uns aber irgendwie stutzig. So, wie dieses Geschäft, sahen doch damals die Läden in unseren Kindertagen aus! Neugierig geworden, was sich hinter diesem Schaufenster und dem Schild mit der Aufschrift Davide Barbero wohl verbirgt, betreten wir das schmucke, alte Ladenlokal.

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Nostalgie pur und ein unglaublich leckerer Schokoladenduft schlagen uns in dem Verkaufsraum mit dunklen, alten Holzregalen und einem großen und breiten Holztresen entgegen. Dass hier nicht nur Schokolade und Nougat verkauft, sondern auch produziert werden, haben wir bereits am Eingang der Cioccolateria bemerkt. Freundlich grüßende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit weißen Häubchen kamen uns hier entgegen, auf dem Weg zu ihrer Mittagspause. Beim Anblick der geschmackvoll verpackten Schokoladen, des Nougats in den nostalgischen Blechdosen und der Pralinen aus Torrone breitet sich bei uns ein absolutes Wohlfühlgefühl aus – wir stehen hier in einem Kaufladen aus unseren Kindheitsträumen.

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Bereits seit 1883 gibt es die Torroneria und Cioccolateria Davide Barbero im Herzen von Asti. In der fünften Generation wird sie heute durch Davide Maddaleno und Giovanni Barbero geführt. Beide Inhaber lernen wir bereits bei unserem ersten Besuch kennen. Obwohl wie fast immer gerade Mittagszeit in Italien ist – also Pause! – lädt uns Giovanni Barbero persönlich zu einer Werksbesichtigung ein.

barbero-6Im Eingangsbereich der Cioccolateria befindet sich ein kleines privates Museum, dass uns die handwerkliche Produktion Anfang des 19. Jahrhunderts anschaulich darstellt. Über ein schmales Treppenhaus gelangen wir in die oberen Etagen, in denen sich die heutigen Produktionsstätten der kleinen Schokoladenfabrik von Davide Barbero befinden. Voller Stolz zeigt uns Giovanni Barbero die einzelnen Fertigungsprozesse um das bekannteste Produkt, den weißen, mürben Torrone aus den berühmten Haselnüssen Nocciole tonda gentile del Piemonte, herzustellen. Nur die allerbesten Zutaten, meist regionale Produkte, finden hier ihre Verwendung. Naschen ist übrigens während unserer Werksführung erlaubt, schließlich macht es uns der Chef persönlich vor und erklärt das mit seiner unglaublichen Schwäche für Süßes.

barbero-5Wieder zurück im Verkaufsraum der Schokoladenmanufaktur Barbero erfahren wir von Giovanni noch eine weitere interessante Geschichte. Sein Großvater war einer der berühmtesten Söhne Astis, sein Name war Giovanni Gerbi. Seine Berühmtheit erlangte er als einer der besten Radrennfahrer Italiens vor dem zweiten Weltkrieg. Sein Spitzname war Diavolo Rosso, also roter Teufel, und diesem widmete ein weiterer berühmter Sohn Astis, der Sänger Paolo Conte, auch ein eigens für ihn komponiertes Lied. Zum Abschied schenkt uns Giovanni Barbero noch eine Flasche Barbera d‘ Asti Diavolo Rosso 2014, des Weingutes Piero Barbero – hier hat, wie in vielen anderen Regionen Italiens,  Familientradition noch einen hohen Stellenwert!

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Probieren kann man die süßen Versuchungen von Davide Barbero an dieser Stelle leider nicht, reinhören in ein Stück Familiengeschichte schon…

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